Für schlaue Detektive

Kategorie: Ratekrimi (Seite 1 von 5)

Ratekrimis

Ratekrimi Nr. 78

Deutschlandfahne

Die Palzki-Kids und der Seniorennachmittag 

Autor: Harald Schneider

„Oh, nein, nicht schon wie­der!“ Die zwölf­jäh­ri­ge Melanie Palzki ver­dreht die Augen.

„Mama, müs­sen wir da wirk­lich mit? Dort sit­zen doch nur die­se alten Leute her­um. Die sind bestimmt 30 Jahre und älter. Die uralten Geschichten, die wir da jedes Mal zu hören bekom­men, die inter­es­sie­ren mich nicht.“

Ihr neun­jäh­ri­ger Bruder Paul wird hell­hö­rig. „War das dort, wo ich das letz­te Mal eine Stinkbombe gewor­fen habe?“

Seine Mutter ver­zieht das Gesicht und nickt. „Ich hof­fe, dass du dich wenigs­tens heu­te eini­ger­ma­ßen beneh­men kannst. Dein Auftritt das letz­te Mal war wirk­lich oberpeinlich.“

Paul ver­steht die Kritik sei­ner Mutter über­haupt nicht. „Ich habe den alten Leuten doch nur gezeigt, wie man nach dem Trinken von Mineralwasser super laut rülp­sen kann.“

„Eben“, ant­wor­tet Stefanie Palzki. „Und genau die­se alten Leute, wie du sie nennst, haben sich bei der Leitung über dich beschwert.“

Melanie lächelt ihre Mutter an. „Dann las­se uns doch ein­fach zuhau­se, Mama. Dann gibt’s auch kei­ne Beschwerden mehr.“

Die Palzki-Kids sind chan­cen­los. Sie müs­sen mit ihrer Mutter zu die­sem Seniorennachmittag gehen. Einmal im Monat hilft ihre Mutter bei den regel­mä­ßi­gen Treffen, um die älte­ren Bürger der Gemeinde mit Kaffee und Kuchen zu versorgen.

Melanie und Paul fal­len bei die­sem Treffen natür­lich sofort auf. „Du bist doch der Lausebengel, der das letz­te Mal für reich­lich Ärger gesorgt hat“, sagt ein älte­rer Glatzkopf zu Paul, wäh­rend er ihn an der Schulter festhält.

„Ganz im Vertrauen, mir haben dei­ne Scherze sehr gut gefal­len. In mei­ner Jugend war ich näm­lich genau wie du. Soll ich dir ein paar mei­ner Streiche erzäh­len, die ich frü­her gemacht habe?“

Paul ist sofort Feuer und Flamme und setzt sich neben den Mann. Auch Melanie hört inter­es­siert zu. In der nächs­ten hal­ben Stunde müs­sen die Palzki-Kids mehr­fach herz­lich lachen.

„Kaum zu glau­ben“, sagt Melanie. „Früher wur­de anschei­nend genau­so viel Blödsinn wie heut­zu­ta­ge gemacht.“

Der alte Mann nickt. „Nur kön­nen sich lei­der vie­le Senioren nicht mehr an ihren eige­nen Blödsinn erin­nern oder wol­len es nicht und den­ken, dass die heu­ti­ge Jugend viel schlim­mer ist als zu ihrer Zeit. Aber das stimmt nicht. Selbst mein Opa, der schon lan­ge nicht mehr lebt, hat sei­nen Eltern frü­her Streiche gespielt. Übrigens, ich habe sogar noch den Ausweis mei­nes Großvaters.“

Umständlich zieht er ein altes und ver­gilb­tes Dokument aus sei­ner Tasche. Voller Ehrfurcht betrach­ten die Palzki-Kids das Dokument. Auf der ers­ten Seite steht ‚Bundesrepublik Deutschland‘, in der Innenseite klebt ein schwarz-wei­ßes Passbild, auf dem nur undeut­lich ein Mann erkenn­bar ist.

Georg Müller steht dort in einer selt­sam ver­schnör­kel­ten Schrift. Mit viel Mühe kön­nen die bei­den das Geburtsdatum iden­ti­fi­zie­ren: 05.02.1899.

„Wow, ist das mal alt“, sagt Paul. „Der Ausweis gehört ins Museum.“

Der Mann lacht. „Vielleicht hast du recht.“

Zwei Stunden spä­ter sind Paul und Melanie mit ihrer Mutter auf dem Heimweg. „Na, hat es euch gefal­len?“, fragt sie ihre Kinder.

„Ich habe viel gelernt“, sagt Paul und lacht. „Nur der alte Mann, der hat uns eine faust­di­cke Lüge aufgetischt.“

Frage: Was ist den Palzki-Kids aufgefallen?

Antwort: .thcin hcon dnalhcstueD kilbupersednuB eid se bag 9981 rhaJ mI

Ratekrimi Nr. 18

Glatzkopf

Die Palzki-Kids und der ein­sa­me Mann 

Autor: Harald Schneider

„Mit dem Mann ist irgend­et­was ober­faul”, flüs­tert Paul sei­ner Schwester Melanie zu.

Die Palzki-Kids kau­ern hin­ter einem dich­ten Busch in einem Vorgarten und beob­ach­ten ein klei­nes Siedlerhäuschen. „Papa hat ihn nicht fest­neh­men kön­nen, weil er nicht genü­gend Beweise hat.”

Mit erns­ter Miene blickt er zum Haus. „Und wie willst aus­ge­rech­net du an die Beweise kom­men?” Melanie zeigt ihrem Bruder den Vogel.

„Hilf mir lie­ber beim Beobachten”, sagt Paul genervt. „Der Kerl, der in die­sem Haus wohnt, soll angeb­lich ganz allei­ne dort woh­nen. Er hat Papa bei sei­ner Vernehmung gesagt, dass er seit Jahren nie­man­den mehr in sein Haus gelas­sen hat.”

Melanie rollt mit den Augen. „Und jetzt willst du war­ten, bis ihn jemand besu­chen kommt und das dann Papa ver­ra­ten.” Melanie will gera­de auf­ste­hen und wie­der nach Hause gehen, da geht die Tür des Hauses auf. Blitzschnell machen sie sich so klein wie möglich.

Ein klei­ner Mann mit Glatze und gro­ßer Sonnenbrille kommt schlur­fend her­aus. In der Hand hält er eine durch­sich­ti­ge Abfalltüte. Die Palzki-Kids erschre­cken, denn die Mülltonne steht nur zwei Meter von ihrem Versteck ent­fernt im Vorgarten.

Da es bereits beginnt, dun­kel zu wer­den, wer­den sie von dem Mann glück­li­cher­wei­se nicht ent­deckt. Dieser steckt die Tüte in die Tonne und geht zurück zu sei­ner Haustür. Dort raucht er zunächst noch eine Zigarette, bevor er nach einem Hustenanfall im Haus verschwindet.

„He, was machst du?”, fragt Melanie ihren Bruder, als die­ser die Mülltonne öffnet.

Paul holt die Mülltüte her­aus und leert den Inhalt auf den Boden. „Suchst du Waffen oder Drogen?”, fragt Melanie skeptisch.

„Wer weiß das schon”, ant­wor­tet Paul. Mit einem Stock durch­wühlt er den Müll des angeb­lich ein­sam leben­den Mannes. Gebrauchte Kaffeefilter, lee­re Zigarettenpäckchen, eine abge­bro­che­ne Bürste, an der brau­ne Haare hän­gen, jede Menge Eierschalen und eine Fernbedienung, die aus dem letz­ten Jahrhundert stam­men könn­te, ent­de­cken sie. Alles riecht ziem­lich streng.

„Für was mag die Fernbedienung gewe­sen sein?”, über­legt Paul laut.

„Ist doch egal”, ant­wor­tet Melanie. „Du hast auf jeden Fall recht, mein klei­ner Bruder. Der Mann lebt nie­mals allein in dem Haus.”

Paul, der den Beweis inzwi­schen selbst ent­deckt hat, nickt zustim­mend. „Dann gehen wir mal zu Papa und berich­ten ihm von unse­rer sen­sa­tio­nel­len Entdeckung. Dass der auch immer uns dazu braucht, um die Gauner zu überführen.”

Frage: Welchen Beweis haben die Palzki-Kids entdeckt?

Antwort: .nem­mats mhi nov thcin neraaH ned tim etsrüB eid nnak rehaD .eztalG enie tah nnaM reD

Ratekrimi Nr. 83

Sonnenuntergang 2

Die Palzki-Kids und die Sommersonne 

Autor: Harald Schneider

„Zum Glück wird es bald wie­der wär­mer“, sagt Stefanie Palzki, die Mutter der Palzki-Kids.

„Davon merkt man im Moment aber noch nichts“, erwi­dert die zwölf­jäh­ri­ge Melanie mür­risch. „Auf dem Weg zur Schule ist es mor­gens mit dem Fahrrad immer noch saukalt.“

Ihr neun­jäh­ri­ger Bruder Paul stimmt ihr zu. „Unter 15 Grad Celsius müss­te die Schule aus­fal­len“, meint er. „Kältefrei“, ergänzt er.

Seine Schwester lacht. „Und wenn es wär­mer als 15 Grad ist, gibt es Hitzefrei.“

„Genau“, sagt Paul. „Wir Schüler soll­ten bei solch einem Wetter alle demonstrieren.“

Seine Mutter lacht. „Keine Chance, Paul. Schule muss sein. Denn wenn du nicht in die Schule gehen wür­dest, könn­test du bis heu­te noch nicht lesen.“

Paul zuckt mit den Schultern. „Ich höre sowie­so viel lie­ber Hörbücher, da braucht man nicht lesen zu kön­nen und durch Zuhören kann man auch viel ler­nen. Außerdem habe ich vor­hin in den Kalender geschaut. Die Sonne ist schon ein gutes Stück näher an die Erde ran­ge­kom­men. Es dau­ert zwar noch ein paar Wochen, bis sie ihren erd­nächs­ten Punkt erreicht hat, aber dann kann man wie­der ins Freibad.“

„Woher weißt du das so genau, Paul?“, fragt sei­ne Mutter erstaunt.

„Haben wir in der Schule gelernt. Im Dezember ist die Sonne dop­pelt so weit von der Erde ent­fernt als im Juni. Darum ist es im Winter so kalt und im Sommer so heiß.“

„Das ist mir doch egal“, sagt Melanie. „Hauptsache, ich muss nicht mehr frieren.“

„Du kannst dich auch ein­fach wär­mer anzie­hen“, emp­fiehlt ihre Mutter. „Warum ziehst du beim Fahrradfahren dei­ne Handschuhe nicht an?“

„Weil ich mit den blö­den Dingern mein Smartphone nicht bedie­nen kann“, lau­tet die Antwort ihrer Tochter.

„Du benutzt dein Telefon wäh­rend du radelst? Das ist doch viel zu gefährlich.“

Melanie schüt­telt den Kopf. „Macht doch jeder, sogar die Autofahrer, obwohl das auch ver­bo­ten ist.“

Sie schaut ihrem Bruder fest in die Augen. „Mir ist gera­de eben auf­ge­fal­len, dass du in der Schule mal wie­der nicht rich­tig auf­ge­passt hast, sonst hät­test du uns nicht solch einen Käse erzählt.“

Frage: Was ist Melanie aufgefallen?

Antwort: .edrE red gnugieN red tim nred­nos ‚nut uz sth­cin ennoS red gnunreftnE red tim nebah netiezserhaJ eiD

Ratekrimi Nr. 31

Blauer Mini

Die Palzki-Kids und der dun­kel­blaue Mini 

Autor: Harald Schneider

„Papa hät­te uns ruhig mit dem Auto zum Kiosk fah­ren kön­nen”, sagt Paul mür­risch zu sei­ner Schwester Melanie und klim­pert dabei mit sei­nem Taschengeld, das er in der Hand hält.

Melanie lacht über die Idee ihres Bruders. „Am bes­ten mit einem Streifenwagen und ein­ge­schal­te­tem Martinshorn und Blaulicht.”

Ihr Bruder nickt. „Dann müss­ten wir wenigs­tens nicht so weit laufen.”

Kurz dar­auf wol­len sie gera­de die Straße über­que­ren, als von links ein dun­kel­blau­er Mini ange­fah­ren kommt und direkt neben den Palzki-Kids auf der Straße anhält. In dem klei­nen Auto sitzt nur eine Frau. Sie kur­belt die Scheibe neben ihrem Sitz herunter.

„Hallo, ihr bei­den. Könnt ihr mir sagen, wie ich zur Sparkasse kom­me?” In der Hand hält sie einen Stadtplan.

Melanie lächelt. „Das ist nicht mehr sehr weit”, sagt sie zu der Frau, die auf dem rech­ten Vordersitz ihres Minis sitzt. „Das kann ich Ihnen ohne Plan erklä­ren.” Gemeinsam mit Paul erklärt sie der Fahrerin den Weg zur Sparkasse. Bevor die Frau wei­ter­fährt, bedankt sie sich höf­lich bei den beiden.

Die Palzki-Kids schau­en dem Mini nach. „Der Wagen der Frau hat ein aus­län­di­sches Kennzeichen”, stellt Paul fest und zuckt mit den Schultern. Kurz dar­auf betre­ten die bei­den den Kiosk und kau­fen sich jede Menge Süßigkeiten von ihrem Taschengeld.

Eine Stunde spä­ter, Paul und Melanie sind längst wie­der daheim, kommt ihr Vater von der Arbeit nach Hause. „Was ist denn heu­te mit euch los?”, fragt er wäh­rend des Abendessens, als er die vol­len Teller sei­ner Kinder sieht.

Seine Frau ver­zieht das Gesicht. „Die bei­den waren mal wie­der am Kiosk, obwohl sie genau wuss­ten, was für ein lecke­res Abendessen es heu­te gibt.”

„Lecker?”, platzt Paul her­aus. Er bemerkt sofort sei­nen Fehler und ver­bes­sert sich. „Natürlich ist dein Essen lecker, Mama. Die Schokolade vom Kiosk war es aber auch.”

Um von dem Thema abzu­len­ken, wen­det sich Melanie an ihren Vater: „Wie war es bei dir heu­te im Büro, Papa? Konntest du vie­le Gauner fangen?”

Reiner Palzki winkt ab. „Heute ist uns eine Trickbetrügerin durch die Lappen gegan­gen. Sie soll einen dun­kel­blau­en Mini gefah­ren haben, wahr­schein­lich war es eine Ausländerin.”

Paul und Melanie reagie­ren sofort. „Wir kön­nen dir die Frau genau beschrei­ben und wir wis­sen sogar, aus wel­chem Land sie kommt.”

Frage: Was ist Paul und Melanie aufgefallen?

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Ratekrimi Nr. 69

Motorrad

Die Palzki-Kids und der kri­mi­nel­le Motorradfahrer 

Autor: Harald Schneider

„Euer Vater ist wirk­lich ein Kriminalpolizist?“, fragt der neu­gie­ri­ge Kevin die bei­den Palzki-Kids.

Paul und Melanie machen mit ihren Eltern Urlaub auf einem Bauernhof bei Kempten im Allgäu. Der neun­jäh­ri­ge Paul und sei­ne drei Jahre älte­re Schwester Melanie fin­den es toll, dass es auf dem Hof so vie­le ver­schie­de­ne Tiere zu bestau­nen gibt.

Sogar beim Kühe mel­ken durf­ten sie schon hel­fen. Ein ande­res Mal durf­ten sie die Eier, die die Hühner frisch gelegt hat­ten, ein­sam­meln. Die Besitzer des Bauernhofes, Herr und Frau Winterkorn, neh­men sich viel Zeit, um der gan­zen Familie Palzki alles zu erklären.

Nur mit dem Sohn Kevin Winterkorn haben sie so ihre Probleme. Ständig schleicht er hin­ter ihnen her und ver­sucht, sie mit aller­hand Streichen zu erschre­cken. Und wenn er das aus­nahms­wei­se mal nicht tut, dann erzählt er haar­sträu­ben­de Geschichten, die er angeb­lich selbst erlebt hat.

„Ja, unser Vater ist der bes­te Kriminalpolizist in der gan­zen Pfalz“, ant­wor­tet Paul stolz. Seine Schwester ergänzt: „Manchmal müs­sen wir ihm aber hel­fen, damit er sei­ne kniff­li­gen Fälle lösen kann.“

„Langweilig“, ant­wor­tet Kevin. „Ich habe mal ganz neben­bei gehol­fen, einen rich­ti­gen Bankräuber festzunehmen.“

„Du?“, fra­gen die Palzki-Kids erstaunt zurück, „nie im Leben!“

„Stimmt aber.“ Kevin lässt nicht locker. „Das ging alles ganz schnell. Ich saß im letz­ten Sommer am Brunnen vor dem Rathaus und hat­te gera­de ein Schokoladeneis in der Hand. Auf ein­mal kam dort auf der schma­len Straße ein Motorradfahrer ange­braust, obwohl es eine Tempo-30-Zone ist.

Der fuhr so schnell, dass ich ihn nur für eine Sekunde von vor­ne sehen konn­te, da war er schon wie­der weg. Doch das hat gereicht, um mir das Nummernschild zu mer­ken. Ein paar Minuten spä­ter kamen dann Polizeiautos mit Martinshorn und such­ten ver­geb­lich das Motorrad und den Fahrer.

Anschließend sind die Polizisten dann zu allen Leuten gegan­gen, die sich vor dem Rathaus auf­ge­hal­ten haben. Da habe ich erfah­ren, dass der Fahrer des Motorrads die Sparkasse über­fal­len hat. Und ich kann euch sagen, die Polizisten haben schön gestaunt, als ich ihnen das Nummernschild genannt habe.“

Paul und Melanie schüt­teln den Kopf. „Das war wie­der ein­mal eine dei­ner Lügengeschichten, Kevin Winterkorn! Deine Erzählung glaubst du doch selbst nicht.“

Frage: Was ist den Palzki-Kids aufgefallen?

Antwort: .redlihcsnremmuN eniek enrov nebah redärrotoM

Ratekrimi Nr. 95

Lichtleiter

Die Palzki-Kids und die unmög­li­che Erfindung 

Autor: Harald Schneider

„Warum muss aus­ge­rech­net ich so einen blö­den Lehrer haben?“ Die 13-jäh­ri­ge Melanie stampft wütend mit dem Fuß auf.

Ihr neun­jäh­ri­ger Bruder Paul ant­wor­tet: „Sei froh, dass du bloß einen blö­den Lehrer hast. Meine Lehrer sind alle so. Die geben uns stän­dig Berge von Hausaufgaben auf. Total unnö­tig, sage ich dir.“

Seine Schwester lässt sich davon nicht beru­hi­gen. „Hausausgaben sind ja nicht ein­mal das Schlimmste“, stöhnt sie. „Aber jetzt ver­langt Herr Oberhammer sogar Unmögliches von uns.“

Paul sieht sei­ne Schwester mit gro­ßen Augen fra­gend an. „Unmögliches? Das kann doch gar nicht sein. Soviel ich weiß, darf er so etwas über­haupt nicht tun.“

„Tut er aber den­noch“, ant­wor­te­te Melanie trot­zig. „Dabei will er nur mit sei­nem angeb­li­chen Wissen prah­len. Und wir Schüler sind wie immer die Leidtragenden.“

Paul ist inzwi­schen zum Platzen neu­gie­rig gewor­den. „Jetzt erzähl doch end­lich ein­mal, um was es eigent­lich geht. Vielleicht kann ich dir helfen?“

„Du?“, fragt Melanie über­rascht. „Wie soll mein klei­ner Bruder mir bei sol­chen Aufgaben hel­fen kön­nen?“ Sie über­legt kurz.

„Meinetwegen, pro­bie­ren wir es zusam­men. Herr Oberhammer hat uns von zwei neu­ar­ti­ge Erfindungen erzählt und wir sol­len her­aus­fin­den, wel­che von bei­den gelo­gen und wel­che wahr ist.“

„Das ist doch ein­fach“, sagt Paul und grinst. Melanie beginnt zu berichten.

„Herr Oberhammer behaup­tet, dass in neu­en Autos Sensoren ein­ge­baut sind, die nach einem Unfall auto­ma­tisch die Feuerwehr und einen Notarzt anru­fen kön­nen. Stell dir das mal vor! Das Auto ruft von allei­ne die 112 an. Das kann doch nicht sein, oder?“ Melanie macht eine kur­ze Pause.

„Die zwei­te Erfindung soll ein Lichtspeicher sein. Ähnlich wie eine Batterie, die Strom spei­chert, soll die­ses Ding Licht spei­chern kön­nen. Es han­delt sich um einen Kasten, etwa so groß wie ein Schuhkarton, der innen kom­plett schwarz ist.

In den offe­nen Kasten lässt man für ein paar Sekunden die Sonne oder eine Lampe rein­schei­nen, dann muss man ihn schnell ver­schlie­ßen und das Licht sozu­sa­gen ein­sper­ren. Wenn man den Kasten spä­ter im Dunkeln öff­net, hat man eine Minute lang hel­les Licht, hel­ler wie bei einer Taschenlampe.

Wenn man den Lichtspeicher nur ganz wenig öff­net, soll das Licht über eine Stunde lang scheinen.“

Paul über­legt nicht lan­ge. „Du Melanie, ich weiß ganz genau, wel­che der bei­den Erfindungen nie­mals funk­tio­nie­ren kann.“

Frage: Welche Erfindung meint Paul?

Antwort: .thcin se tbig rehciepsthciL neD

Ratekrimi Nr. 23

Schulbuch

Die Palzki-Kids und das Mathebuch 

Autor: Harald Schneider

Mein klei­ner Bruder Paul ist ganz schön cle­ver, denkt Melanie, wäh­rend sie über ihren Hausaufgaben brü­tet. Dauernd spielt er sei­nen Lehrern Streiche. Und höchs­tens ein- oder zwei­mal im Monat wird er dabei erwischt. Dann muss Papa in die Schule kom­men und Mama sagt jedes Mal: Genau wie bei dir frü­her, Reiner. Da muss­ten dei­ne Eltern auch immer in die Schule kommen.

Und ich, denkt Melanie wei­ter, muss bei dem schö­nen Wetter in mei­nem Zimmer sit­zen und brav drei Seiten Aufgaben in mei­nem Mathebuch lösen. Zornig schnappt sie ihr Mathebuch und pfef­fert es in eine Ecke. Nein, so geht es nicht weiter.

Sie fasst einen Plan, steht auf und geht nach unten ins Wohnzimmer. „Ich gehe zu mei­ner Freundin”, sagt Melanie zu ihrer Mutter, die gera­de in einem Gespräch mit Paul ver­tieft ist.

„Bist du mit dei­nen Hausaufgaben schon fer­tig?”, fragt sie erstaunt. „Als du von der Schule kamst, hast du gesagt, dass du heu­te unheim­lich viel auf hast und dazu sicher den gan­zen Mittag brauchst.”

Ohne rot zu wer­den, erwi­dert Melanie: „Ach, das war doch total über­trie­ben, du kennst mich doch. Außerdem fehlt im Mathebuch die Seite 18, des­halb konn­te ich nur die Aufgaben auf den Seiten 16 und 17 lösen. Da muss wohl ein Fehler in der Druckerei pas­siert sein.”

Melanies Mutter riecht Lunte. „Das kommt mir aber ziem­lich komisch vor. Bist du dir da sicher?”

Melanies eif­ri­ges Nicken genügt ihr nicht. „Bring mir doch mal dein Mathebuch ins Wohnzimmer, das will ich mit eige­nen Augen sehen.”

„Ach, Mama”, ent­geg­net sie abweh­rend. „Ich habe bereits alles für mor­gen gerich­tet und in den Rucksack gepackt. Vielleicht fehlt die Seite ja in allen Mathebüchern. Ich wer­de das mor­gen früh gleich mei­nem Mathelehrer sagen, versprochen.”

Fast hät­te ihre Mutter es geglaubt, doch aus­ge­rech­net ihr jün­ge­rer Bruder Paul platzt in die­sem Moment dazwi­schen. „Mama, glau­be ihr kein Wort, sie hat dich näm­lich angelogen.”

Während Melanie einen roten Kopf bekommt, streckt ihr Paul die Zunge raus. „Das ist die Retourkutsche für ges­tern, weil du Papa ver­ra­ten hast, wer das gan­ze Fahrradöl in der Garage ver­tropft hat.”

Frage: Was ist Paul aufgefallen?

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Ratekrimi Nr. 65

Schultafel

Die Palzki-Kids und das alte Zeugnis

Autor: Harald Schneider

Bei den Palzki-Kids gibt es zuhau­se Stress.

„Das soll dein Zeugnis sein?“, ruft der Vater von Paul ver­zwei­felt aus. „Wie in alles in der Welt kommt es, dass du die­ses Mal so schlech­te Noten hast?“

Paul zieht eine Schnute. „In der Schule ist es mir halt zu lang­wei­lig“, erklärt er. „Ich bin näm­lich hochbegabt.“

„Soso“, sagt sei­ne Mutter. „Die ein­zi­ge Hochbegabung, die du hast, sind Schülerstreiche und aller­hand unmög­li­che Ideen. Wie soll das mit dir nur enden?“

Stefanie Palzki sieht, dass ihre Tochter Melanie lächelt, als ihr Bruder ange­motzt wird. „Dein Zeugnis ist auch nicht viel bes­ser, Melanie.“

Das Lächeln endet abrupt. Reiner Palzki setzt sich auf die Couch und schüt­telt den Kopf. „Ich den­ke, ich wer­de für euch Nachhilfe orga­ni­sie­ren müs­sen. Und zwar für die kom­plet­ten Sommerferien.“

„Das ist gemein“, rufen Paul und Melanie gemein­sam. „Das mel­den wir dem Jugendamt. Wir las­sen euch entmündigen.“

Ihre Eltern spre­chen nun ein Machtwort. „Im nächs­ten Schuljahr müsst ihr unbe­dingt bes­ser wer­den, sonst machen wir mit dem Nachhilfeunterricht ernst. Wir waren frü­her in der Schule viel bes­ser als ihr“, sagt Reiner Palzki.

„Dann zeig uns doch mal dei­ne Zeugnisse“, for­dert ihn Melanie auf. Ihr Vater erschrickt, da er in Wirklichkeit auch kei­ne all­zu guten Zeugnisse mit nach Hause gebracht hat­te. „Die sind schon vor vie­len Jahren bei einem Umzug ver­lo­ren gegan­gen“, lügt er.

Seine Frau grinst. „Dafür sind mei­ne Zeugnisse noch da. Einen klei­nen Moment, ich hole sie schnell.“

Kurz dar­auf kehrt sie mit einem klei­nen Ordner zurück. Aus einer Schutzhülle zieht sie ein Heft her­vor. „In der Grundschule hat­ten wir damals ein Zeugnisheft, in dem alle Noten der ers­ten Jahre ein­ge­tra­gen wur­den. Schaut es euch ruhig an.“

Paul und Melanie blät­tern durch das Heft und sind von den guten Noten ihrer Mutter über­rascht. „Du hat­test ja in Betragen und Mitarbeit immer die bes­te Note“, staunt Paul.

„Und du dafür die schlech­tes­ten“, ärgert ihn Melanie. Auf ein­mal stut­zen die bei­den wegen eines ihnen unbe­kann­ten Schulfachs.

„Mama, was ist ‚Leibeserziehung‘? Von solch einem Schulfach haben wir ja noch nie gehört.“

Jetzt lachen ihre Eltern. „Na, dann ratet mal, was das sein könnte.“

Frage: Weißt du, wie man das Schulfach Leibeserziehung heut­zu­ta­ge nennt?

Antwort: .tropS

Ratekrimi Nr. 57

Kleingeld

Die Palzki-Kids und die Geldwäscherin 

Autor: Harald Schneider

„Die ist kom­plett ver­rückt!”, sagt der neun­jäh­ri­ge Paul Palzki zu sei­ner Schwester.

„Bloß weil sie etwas selt­sam aus­sieht, heißt das noch lan­ge nicht, dass sie nicht mehr alle Tassen im Schrank hat”, wehrt sich Melanie.

„Doch”, behaup­tet Paul und stampft mit dem Fuß auf. „Wer im Winter mit Sandalen und ohne Socken rum­läuft und in sei­ner Wohnung Geld wäscht, der muss doch ver­rückt sein.”

Ihr Vater Reiner Palzki liegt auf der Couch und hat den Streit sei­ner Kinder mit­be­kom­men. Doch jetzt wird er hell­hö­rig, da Paul von Geldwäsche sprach. Geldwäsche ist näm­lich etwas Kriminelles, weil damit Gauner die Herkunft von ille­gal ver­dien­tem Geld verschleiern.

„Was hast du da eben gesagt, Paul?”

Dieser sieht sei­nen Vater fra­gend an. „Kornelia läuft im Winter immer mit Sandalen und ohne Socken her­um “, wie­der­holt er.

„Nein, du hast noch etwas ande­res gesagt. Und wie­so redet ihr die Frau mit Vornamen an?”

Melanie ant­wor­tet für ihren Bruder. „Die Kornelia ist eine ganz alte Frau, bestimmt schon 40 Jahre alt. Sie wohnt neben dem Spielplatz, auf dem sich Paul immer her­um­treibt. Ab und zu besu­chen wir sie. Von Kornelia ken­nen wir nur den Vornamen.”

Reiner Palzki ist immer noch nicht viel schlau­er. „Und was ist mit der Geldwäsche?”, fragt er nach.

Paul lacht. „Das tut sie jede Woche und noch viel mehr so ver­rück­te Sachen.” Dabei macht er mit der Hand eine Scheibenwischerbewegung vor dem Gesicht.

„Sofort zeigt ihr mir, wo die­se Kornelia wohnt!”, befiehlt ihr Vater.

Eine Viertelstunde spä­ter klin­geln sie bei Kornelia. „Hallo Melanie und Paul, wen habt ihr denn heu­te mitgebracht?”

Reiner Palzki stellt sich vor. Er sieht, dass Kornelia wirk­lich ziem­lich selt­sam ange­zo­gen ist. In ihrer Wohnung sieht es aus wie in einem Chemielabor.

„Sie haben mei­nen Kindern gesagt, dass Sie Geld waschen?”

„Aber sicher doch”, sagt sie und zeigt auf eine Metallwanne, in der ein gro­ßes Thermometer hängt.

„Zuerst erhit­ze ich fünf Liter Wasser auf min­des­tens 200 Grad Celsius, dann wer­fe ich das Kleingeld, das sich im Laufe der Woche beim Einkaufen in mei­nem Geldbeutel ange­sam­melt hat, in die Wanne. Nach dem hei­ßen Bad sehen die Münzen fast wie­der wie neu aus.”

Reiner Palzki lacht und ent­schul­digt sich für das Missverständnis. Als die drei Palzkis auf dem Heimweg sind, meint ihr Vater: „Ihr habt recht, die­se Frau ist schon sehr eigenartig.”

Melanie und Paul wir­ken nach­denk­lich. „Kornelia ist nicht nur eigen­ar­tig, sie hat dich auch knall­hart angelogen.”

Frage: Was ist den Palzki-Kids aufgefallen?

Antwort: .suisleC darG 001 ba negnugnideblamroN ret­nu tfpmadrev ressaW

Ratekrimi Nr. 98

Weinberg

Die Palzki-Kids und die Weinbergführung 

Autor: Harald Schneider

„Oh, was ist das wie­der für eine blö­de Idee!“, stöhnt der neun­jäh­ri­ge Paul Palzki und sagt zu sei­ner drei Jahre älte­ren Schwester Melanie:

„Manchmal habe ich echt den Eindruck, Erwachsene über­le­gen sich den gan­zen Tag nur Dinge, mit denen sie ihre Kinder ärgern kön­nen. Und wenn wir uns dann dage­gen weh­ren, heißt es immer, wir wären undank­bar und faul. Dabei stimmt das über­haupt nicht.“

Melanie stimmt ihrem Bruder zwar nickend zu, doch gleich­zei­tig ver­sucht auch sie, ihn zu ärgern. „Wobei das mit dem ‚faul‘ bei dir schon zutrifft. Ein biss­chen mehr Bewegung könn­te dir nicht schaden.“

Paul ist total wütend. „Aber doch nicht mit einer stun­den­lan­gen Wanderung durch die Weinberge. Ich will spä­ter mal in einem Büro arbei­ten, dann kann ich stun­den­lang mit dem Computer spielen.“

„Hast du eine Ahnung von der Arbeitswelt“, sagt Melanie, seufzt und ergänzt: „Ich fin­de eine Führung durch die Weinberge aus­ge­spro­chen inter­es­sant. Da kön­nen wir bestimmt jede Menge Trauben naschen.“

„Die kann man in jedem Supermarkt kau­fen, da muss man nicht erst anstren­gen­de Wanderungen unternehmen.“

Am nächs­ten Sonntag nimmt Familie Palzki mit ande­ren Familien an einer Führung durch die Weinberge an der Deutschen Weinstraße statt.

„Aus die­sen Trauben wird unser Riesling gemacht“, erklärt der Führer, der auch gleich­zei­tig der Besitzer der Weinberge ist.

„Die Trauben wer­den aber nicht mehr wie frü­her mit der Hand gele­sen, son­dern mit der Maschine. Mit dem Vollernter fah­ren wir die Rebzeilen ab und die Trauben wer­den voll­au­to­ma­tisch geern­tet. Das ist viel bil­li­ger und nicht so arbeitsintensiv.“

Nach einer Weile kom­men sie zu einem Gebiet, in dem nur blaue Trauben hän­gen. „Hier kommt unser bekann­ter Blauwein her, denn an der Weinstraße gibt es ansons­ten nur Weißwein und Rotwein. Unser Weingut ist das ein­zi­ge, das Blauwein herstellt.“

Melanie und Paul dür­fen auch ein paar der Trauben pflü­cken und probieren.

„Super, die sind schön saf­tig und süß“, schwärmt Melanie. „Nur die Kerne stö­ren ein bisschen.“

Der Führer lacht. „Das kann man bei Weintrauben lei­der nicht ver­hin­dern. Wenn du lie­ber kern­lo­se Trauben essen möch­test, musst du dir im Supermarkt Tafeltrauben kau­fen. Daraus kann man jedoch kei­nen guten Wein machen.“

Auf dem Heimweg fra­gen die Eltern die bei­den, wie ihnen die Wanderung und die Führung gefal­len haben.

„Das war schon ganz in Ordnung“, ant­wor­ten Paul und Melanie. „Nur ein­mal hat der Weingutbesitzer uns ange­schwin­delt. Habt ihr das nicht bemerkt?“

Frage: Was mei­nen die Palzki-Kids?

Antwort: .tllet­se­greh niewualB niek driw nebuarT neu­alb suA

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